Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: …sonst könnte bei der Firma Sprengkraft alles in die Luft fliegen.

An Silvester planlos Raketen abfeuern – das kann in Deutschland jeder mindestens 18-Jährige. Man kann sich jedoch auch professionell auf den Jahreswechsel vorbereiten: mit einem Pyrotechnik-Seminar. Ein Selbstversuch.

Über dem Parkplatz ist der Himmel hell erleuchtet. Bunte Sternenkränze nehmen uns gefangen, goldene Funken prasseln auf uns hernieder. Mit zurückgelegtem Kopf stehen wir auf dem Asphalt und blicken verzückt nach oben. Wir duzen uns inzwischen alle.

Das war der praktische Teil. Und das Ende eines langen Tages mit viel Theorie. Fünf Stunden vorher im Dachgeschoss der Firma Sprengkraft: Der Firmen-Chef, Claus fun Zütphen, gibt vor etwa 8 Seminarteilnehmern eine Einführung ins Feuerwerksgeschäft. Der lachsfarbene Teppichboden, auf dem er mit einem Flipchart steht, hat Brandlöcher.

„Dann fange ich jetzt mal an mit der Einteilung der pyrotechnischen Klassen, damit wir einfach mal wissen, wovon wir überhaupt reden und wir werden gleichzeitig auch besprechen, für welche pyrotechnische Klasse ich welche Voraussetzung brauche”, leitet fun Zütphen den Kurs ein. Anscheinend gibt es bei den pyrotechnischen Klassen zweierlei Hauptgebiete: Das für vergnügliche und das für technische Zwecke.  

Jeder Feuerwerker muss wohl mal klein anfangen: fun Zütphen beginnt mit der Klasse I für vergnügliche Zwecke.Also Wunderkerzen, Knallerbsen und Ähnliches. Wir klären wann – ganzjährig – und von wem – Menschen ab 12 Jahren – die Knallerbsen gekauft werden dürfen. Die sieben anderen Kursteilnehmer hören gut gelaunt zu. Die meisten sind aus privatem Interesse hier, aus Begeisterung am Feuerwerk. Nicht verwunderlich: Außer mir ist nur eine Frau dabei.

Nächste Lektion: Feuerwerke der Klasse II, also alles, was man an Silvester an Raketen, Vulkanen, Knallern und so weiter kaufen kann. Außer an Silvester ist der Verkauf hier streng reglementiert, erklärt fun Zütphen. Wer es das ganze Jahr über krachen lassen will, braucht eine Sondergenehmigung seiner Stadt. Und für alles, was selbst an Silvester nicht frei verkäuflich ist, muss man ausgewiesener Feuerwerker sein.

Nach dreieinhalb Stunden Aufklärung über Klassifizierungen und Gesetzeslagen schwirrt mir der Kopf. Gut, dass es jetzt praktisch wird. Das Feuerwerk soll mit Musik untermalt werden – einem Sample verschiedener Pop-Stücke mit mitreißender Melodie und schlagenden Beats. An welcher Stelle nun etwas in die Luft gehen soll, schreibt fun Zytphen auf das Flipchart. Danach geht es endlich runter ins Lager. Auf einem Tisch steht alles, was das Zündlerherz höher schlagen lässt: Batterien von Raketen, Vulkanen, Fontänen.

Nachdem wir die passende Ware ausgesucht haben, beginnen wir, die kurzen Zündschnüre der „Effekte”, wie Zütphen sagt, mit elektrischen Zündern zu verbinden. Es dämmert, als wir die Knaller nach draußen bringen und dort anordnen. Unser Feuerwerk soll über ein elektrisches Zündpult gesteuert werden. Die Zünder müssen also mit den richtigen Kabeln verbunden werden. Die Tüftlerin in mir erwacht, im nächsten Augenblick knie ich mit fun Zütphen und seinem Assistenten im Kies und verdrehe Kupferdrähte.

#b#Als wir schließlich alles verkabelt haben, ist es dunkel. Wir entfernen uns etwa 30 Meter von den auf dem Boden angeordneten Feuerwerkskörpern. Zütphen hält das Zündpult in der Hand. 250 Euro sind die Effekte insgesamt wert. Vor unseren Augen fliegen sie in die Luft und lösen sich in Rauch auf. Der Anblick lohnt sich in jedem Fall.

Interviews, Reportagen, Berichte – und immer wieder mal ein Blick in die deutsche Film-Geschichte.

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Von Profis zündeln lernen

Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: …sonst könnte bei der Firma Sprengkraft alles in die Luft fliegen.

An Silvester planlos Raketen abfeuern – das kann in Deutschland jeder mindestens 18-Jährige. Man kann sich jedoch auch professionell auf den Jahreswechsel vorbereiten: mit einem Pyrotechnik-Seminar. Ein Selbstversuch.

Über dem Parkplatz ist der Himmel hell erleuchtet. Bunte Sternenkränze nehmen uns gefangen, goldene Funken prasseln auf uns hernieder. Mit zurückgelegtem Kopf stehen wir auf dem Asphalt und blicken verzückt nach oben. Wir duzen uns inzwischen alle.

Das war der praktische Teil. Und das Ende eines langen Tages mit viel Theorie. Fünf Stunden vorher im Dachgeschoss der Firma Sprengkraft: Der Firmen-Chef, Claus fun Zütphen, gibt vor etwa 8 Seminarteilnehmern eine Einführung ins Feuerwerksgeschäft. Der lachsfarbene Teppichboden, auf dem er mit einem Flipchart steht, hat Brandlöcher.

„Dann fange ich jetzt mal an mit der Einteilung der pyrotechnischen Klassen, damit wir einfach mal wissen, wovon wir überhaupt reden und wir werden gleichzeitig auch besprechen, für welche pyrotechnische Klasse ich welche Voraussetzung brauche”, leitet fun Zütphen den Kurs ein. Anscheinend gibt es bei den pyrotechnischen Klassen zweierlei Hauptgebiete: Das für vergnügliche und das für technische Zwecke.  

Jeder Feuerwerker muss wohl mal klein anfangen: fun Zütphen beginnt mit der Klasse I für vergnügliche Zwecke.Also Wunderkerzen, Knallerbsen und Ähnliches. Wir klären wann – ganzjährig – und von wem – Menschen ab 12 Jahren – die Knallerbsen gekauft werden dürfen. Die sieben anderen Kursteilnehmer hören gut gelaunt zu. Die meisten sind aus privatem Interesse hier, aus Begeisterung am Feuerwerk. Nicht verwunderlich: Außer mir ist nur eine Frau dabei.

Nächste Lektion: Feuerwerke der Klasse II, also alles, was man an Silvester an Raketen, Vulkanen, Knallern und so weiter kaufen kann. Außer an Silvester ist der Verkauf hier streng reglementiert, erklärt fun Zütphen. Wer es das ganze Jahr über krachen lassen will, braucht eine Sondergenehmigung seiner Stadt. Und für alles, was selbst an Silvester nicht frei verkäuflich ist, muss man ausgewiesener Feuerwerker sein.

Nach dreieinhalb Stunden Aufklärung über Klassifizierungen und Gesetzeslagen schwirrt mir der Kopf. Gut, dass es jetzt praktisch wird. Das Feuerwerk soll mit Musik untermalt werden – einem Sample verschiedener Pop-Stücke mit mitreißender Melodie und schlagenden Beats. An welcher Stelle nun etwas in die Luft gehen soll, schreibt fun Zytphen auf das Flipchart. Danach geht es endlich runter ins Lager. Auf einem Tisch steht alles, was das Zündlerherz höher schlagen lässt: Batterien von Raketen, Vulkanen, Fontänen.

Nachdem wir die passende Ware ausgesucht haben, beginnen wir, die kurzen Zündschnüre der „Effekte”, wie Zütphen sagt, mit elektrischen Zündern zu verbinden. Es dämmert, als wir die Knaller nach draußen bringen und dort anordnen. Unser Feuerwerk soll über ein elektrisches Zündpult gesteuert werden. Die Zünder müssen also mit den richtigen Kabeln verbunden werden. Die Tüftlerin in mir erwacht, im nächsten Augenblick knie ich mit fun Zütphen und seinem Assistenten im Kies und verdrehe Kupferdrähte.

#b#Als wir schließlich alles verkabelt haben, ist es dunkel. Wir entfernen uns etwa 30 Meter von den auf dem Boden angeordneten Feuerwerkskörpern. Zütphen hält das Zündpult in der Hand. 250 Euro sind die Effekte insgesamt wert. Vor unseren Augen fliegen sie in die Luft und lösen sich in Rauch auf. Der Anblick lohnt sich in jedem Fall.

Interviews, Reportagen, Berichte – und immer wieder mal ein Blick in die deutsche Film-Geschichte.

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Postat de pe data de 30 nov., 2009 in categoria România în lume. Poti urmari comentariile acestui articol prin RSS 2.0. Acest articol a fost vizualizat de 314 ori.

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