Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf den Teambus wird die Teilnahme der Fußball-Nationalmannschaft von Togo am Afrika-Cup in Angola immer unwahrscheinlicher.

«Kein Spieler ist bereit, bei diesem Cup anzutreten. Wir sind gekommen, um ein Fußball-Fest zu feiern, aber jetzt ist es, als würde man in den Krieg ziehen», sagte Togos Torwart Kossi Agassa im Radio France Info. Andere Medien berichteten derweil, dass der Rückzug Togos von dem am 10. Januar beginnenden Turnier bereits beschlossene Sache sei, ohne Quellen zu nennen. Togo sollte am 11. Januar in Cabinda gegen Ghana sein erstes Turnierspiel bestreiten.

Unterdessen gibt es unterschiedliche Angaben über die bei dem Feuerüberfall einer Separatistengruppe getöteten Personen. Während die togolesische Regierung zunächst mitteilte, nur der Busfahrer sei ums Leben gekommen, war in anderen Berichten von mehr Todesopfern die Rede. Ein Sprecher des afrikanischen Verbandes sagte indes, dass Meldungen über den Tod des Fahrers falsch gewesen seien. Er bestätigte, dass ein Assistenz-Trainer und der Pressesprecher ihren Verletzungen erlegen seien. Agassa sprach bei France-Info von insgesamt drei Todesopfern. Weitere Personen seien verletzt worden, darunter Torhüter Obilale Kossi vom französischen Amateurclub GSI Pontivy und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Club FC Vaslui.

Der Weltfußball-Verband FIFA forderte vom afrikanischen Verband CAF und dessen Präsidenten Issa Hayatou einen umfangreichen Bericht an. Einige englische Vereine denken darüber nach, ihre für das Turnier abgestellten Spieler zurückzubeordern. Eine Sicherheitsdebatte um die WM im Sommer in Südafrika, der ersten auf dem afrikanischen Kontinent, ist indes noch nicht entbrannt.

Erste Erleichterung gab es bei Bundesliga-Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen: Bei dem Angriff blieb der Bayer-Spieler Assimou Touré nach ersten Informationen unversehrt. «Was wir wissen, ist, dass ihm persönlich nichts passiert ist. Doch dies können wir nur mit aller Vorsicht sagen», erklärte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die CAF kritisierte die Entscheidung der togolesischen Mannschaft, statt mit dem Flugzeug mit dem Bus nach Angola zu reisen. Das Team habe den Verband nicht informiert, dass es über Land und ohne Sicherheitsmaßnahmen in das als gefährlich bekannte Gebiet reisen würde. Zu dem Anschlag bekannte sich der bewaffnete Arm der separatistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Enklave Cabinda), wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Die Gruppe habe weitere Angriffe während des Turniers angedroht.

Der Afrika-Cup soll wie geplant am 10. Januar in Angola gestartet werden.

Dennoch soll das Turnier mit dem Spiel Angola gegen Mali planmäßig beginnen. CAF-Mediendirektor Suleimanu Habuba sagte, der Anschlag auf Togos Spieler sei ein Schock. «Unsere höchste Priorität gilt der Sicherheit der Spieler, doch das Turnier wird stattfinden», betonte Habuba. CAF-Präsident Hayatou will vom angolanischen Ministerpräsidenten Paulo Kassoma Garantien für die Sicherheit fordern. Noch am Tag vor dem Turnierstart wollten sich Verbandsvertreter mit Mitgliedern der angolanischen Regierung über die Sicherheit für die Sportler und ihre Teams bei dem bis zum 31. Januar dauernden Turnier beraten.

Einige Vereine aus der englischen Premier League wollen ihre Spieler aus Afrika zurückholen. «Ich habe zwei Spieler dort, und ich will, dass sie nach Hause kommen», sagte Hull Citys Trainer Phil Brown der Boulevardzeitung «The Sun». Hulls Stürmer Daniel Cousin spielt für Gabun, Mittelfeldmann Seyi Olofinjana spielt für Nigeria. Der FC Portsmouth, der vier Spieler für den Afrika-Cup abgestellt hat, schloss sich der Forderung unter Vorbehalt an.

Auch Bundesliga-Tabellenführer Leverkusen erwägt, seinen Jung- Profi Touré zurückzuholen. «Wir haben schon darüber nachgedacht, weil wir uns Sorgen wegen der schwierigen Sicherheitslage machen», sagte Holzhäuser, der sich in dieser Frage auch mit seinen Bundesliga- Kollegen beraten will. Kritik übte er generell an der Vergabe des Afrika-Cups nach Angola: «Es ist schon unverständlich, dass das Turnier nach Angola vergeben wurde, obwohl in dem Land seit Jahren Unruhen und bürgerkriegsähnliche Zustände geherrscht haben.»

Dass dieser Anschlag gravierende Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika haben könnte, glaubt er nicht. «Ich kann es mir nicht vorstellen, aber der Weltverband FIFA wird da gefordert sein», meinte er, «doch bei einer WM gelten in puncto Sicherheit ganz andere Maßstäbe.»

Vor allem FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich immer wieder trotz Sicherheitsbedenken wegen der hohen Kriminalitätsrate für die erste WM in Afrika stark gemacht. In ihrer kurzen Stellungnahme am Samstag nahm die FIFA keinen Bezug zur WM. Angola liegt über 1000 Kilometer von Südafrika entfernt.

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Nach Anschlag in Angola: Afrika-Cup wohl ohne Togo

Einen Tag nach dem blutigen Anschlag auf den Teambus wird die Teilnahme der Fußball-Nationalmannschaft von Togo am Afrika-Cup in Angola immer unwahrscheinlicher.

«Kein Spieler ist bereit, bei diesem Cup anzutreten. Wir sind gekommen, um ein Fußball-Fest zu feiern, aber jetzt ist es, als würde man in den Krieg ziehen», sagte Togos Torwart Kossi Agassa im Radio France Info. Andere Medien berichteten derweil, dass der Rückzug Togos von dem am 10. Januar beginnenden Turnier bereits beschlossene Sache sei, ohne Quellen zu nennen. Togo sollte am 11. Januar in Cabinda gegen Ghana sein erstes Turnierspiel bestreiten.

Unterdessen gibt es unterschiedliche Angaben über die bei dem Feuerüberfall einer Separatistengruppe getöteten Personen. Während die togolesische Regierung zunächst mitteilte, nur der Busfahrer sei ums Leben gekommen, war in anderen Berichten von mehr Todesopfern die Rede. Ein Sprecher des afrikanischen Verbandes sagte indes, dass Meldungen über den Tod des Fahrers falsch gewesen seien. Er bestätigte, dass ein Assistenz-Trainer und der Pressesprecher ihren Verletzungen erlegen seien. Agassa sprach bei France-Info von insgesamt drei Todesopfern. Weitere Personen seien verletzt worden, darunter Torhüter Obilale Kossi vom französischen Amateurclub GSI Pontivy und Verteidiger Serge Akakpo vom rumänischen Club FC Vaslui.

Der Weltfußball-Verband FIFA forderte vom afrikanischen Verband CAF und dessen Präsidenten Issa Hayatou einen umfangreichen Bericht an. Einige englische Vereine denken darüber nach, ihre für das Turnier abgestellten Spieler zurückzubeordern. Eine Sicherheitsdebatte um die WM im Sommer in Südafrika, der ersten auf dem afrikanischen Kontinent, ist indes noch nicht entbrannt.

Erste Erleichterung gab es bei Bundesliga-Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen: Bei dem Angriff blieb der Bayer-Spieler Assimou Touré nach ersten Informationen unversehrt. «Was wir wissen, ist, dass ihm persönlich nichts passiert ist. Doch dies können wir nur mit aller Vorsicht sagen», erklärte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die CAF kritisierte die Entscheidung der togolesischen Mannschaft, statt mit dem Flugzeug mit dem Bus nach Angola zu reisen. Das Team habe den Verband nicht informiert, dass es über Land und ohne Sicherheitsmaßnahmen in das als gefährlich bekannte Gebiet reisen würde. Zu dem Anschlag bekannte sich der bewaffnete Arm der separatistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Enklave Cabinda), wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Die Gruppe habe weitere Angriffe während des Turniers angedroht.

Der Afrika-Cup soll wie geplant am 10. Januar in Angola gestartet werden.

Dennoch soll das Turnier mit dem Spiel Angola gegen Mali planmäßig beginnen. CAF-Mediendirektor Suleimanu Habuba sagte, der Anschlag auf Togos Spieler sei ein Schock. «Unsere höchste Priorität gilt der Sicherheit der Spieler, doch das Turnier wird stattfinden», betonte Habuba. CAF-Präsident Hayatou will vom angolanischen Ministerpräsidenten Paulo Kassoma Garantien für die Sicherheit fordern. Noch am Tag vor dem Turnierstart wollten sich Verbandsvertreter mit Mitgliedern der angolanischen Regierung über die Sicherheit für die Sportler und ihre Teams bei dem bis zum 31. Januar dauernden Turnier beraten.

Einige Vereine aus der englischen Premier League wollen ihre Spieler aus Afrika zurückholen. «Ich habe zwei Spieler dort, und ich will, dass sie nach Hause kommen», sagte Hull Citys Trainer Phil Brown der Boulevardzeitung «The Sun». Hulls Stürmer Daniel Cousin spielt für Gabun, Mittelfeldmann Seyi Olofinjana spielt für Nigeria. Der FC Portsmouth, der vier Spieler für den Afrika-Cup abgestellt hat, schloss sich der Forderung unter Vorbehalt an.

Auch Bundesliga-Tabellenführer Leverkusen erwägt, seinen Jung- Profi Touré zurückzuholen. «Wir haben schon darüber nachgedacht, weil wir uns Sorgen wegen der schwierigen Sicherheitslage machen», sagte Holzhäuser, der sich in dieser Frage auch mit seinen Bundesliga- Kollegen beraten will. Kritik übte er generell an der Vergabe des Afrika-Cups nach Angola: «Es ist schon unverständlich, dass das Turnier nach Angola vergeben wurde, obwohl in dem Land seit Jahren Unruhen und bürgerkriegsähnliche Zustände geherrscht haben.»

Dass dieser Anschlag gravierende Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft im Sommer in Südafrika haben könnte, glaubt er nicht. «Ich kann es mir nicht vorstellen, aber der Weltverband FIFA wird da gefordert sein», meinte er, «doch bei einer WM gelten in puncto Sicherheit ganz andere Maßstäbe.»

Vor allem FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich immer wieder trotz Sicherheitsbedenken wegen der hohen Kriminalitätsrate für die erste WM in Afrika stark gemacht. In ihrer kurzen Stellungnahme am Samstag nahm die FIFA keinen Bezug zur WM. Angola liegt über 1000 Kilometer von Südafrika entfernt.

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Postat de pe data de 31 dec., 2009 in categoria România în lume. Poti urmari comentariile acestui articol prin RSS 2.0. Acest articol a fost vizualizat de 93 ori.

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