Heute startet das 63. Filmfestival von Cannes – Die wahren Events liegen außerhalb
Der Kern der „Marke” Cannes besteht in dem Prinzip, dass Glamour und Kunst sich gegenseitig befruchten – im Idealfall. Thierry Frémaux, der Festivaldirektor, hat allerdings schon zugegeben, die Auswahl sei dieses Jahr schwieriger als sonst gewesen – eine Konsequenz der Krise von 2008, die sich im Kino erst jetzt auswirke.
Ein Blick auf den Wettbewerb stimmt leicht skeptisch. Es gibt viele Wettbewerbs-Routiniers: den Iraner Abbas Kiarostami (aber ohne aktuellen Stoff aus seiner Heimat, sondern mit Romanze aus der Toskana), den Franzosen Bertrand Tavernier, den Mexikaner Alejandro González Inárritu, den Japaner Takeshi Kitano, den Russen Nikita Michalkow und den Briten Mike Leigh.
Einem Film – „Die Sonne, die uns täuscht 2” von Michalkow – eilt aus seinem Heimatland ein schlechter Ruf voraus. Andere Filme – wie Mike Leighs „Another Year” – klingen in der Zusammenfassung wie aufgewärmte Leib- und Magengerichte aus der Küche des Regisseurs: „Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Familie und Freundschaft. Liebe und Wärme. Freude und Traurigkeit. Hoffnung und Verzweiflung. Kameradschaft. Einsamkeit. Eine Geburt. Ein Todesfall. Die Zeit vergeht …” Doch urteilen wir nicht vorschnell. Gerade Mike Leigh hat mit seinem vorhergegangenen Film „Happy-go-Lucky” alle überrascht.
Terrence Malicks dem Vernehmen nach epochenumspannender „Tree of Life” mit Brad Pitt und Sean Penn, auf den Cannes lange gehofft hatte, ist nicht rechtzeitig fertig geworden.
Wenn schon nicht Brad Pitt, so erwartet der Rote Teppich immerhin Michael Douglas und Shia LaBeouf (für Oliver Stones „Wall Street”-Fortsetzung, in der Finanzier Gordon Gekko an die Märkte zurückkehrt), Antonio Banderas und Anthony Hopkins (in der Woody Allen-Romanze „You will meet a tall dark Stranger”) und natürlich „Robin Hood” Russell Crowe und seine „Jungfer Marian”, Cate Blanchett.
Die (vorhersehbaren) Events liegen eher außerhalb des Wettbewerbs. Da wäre zunächst das Fünfeinhalb-Stunden-Epos von Oliver Assayas über den Terroristen „Carlos”, das mit Ausnahme der Titelrolle von deutschen Schauspielern dominiert wird: Alexander Scheer, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Julia Hummer. Aus einem der aufregendsten Filmländer der letzten Jahre, aus Rumänien, kommt „Die Autobiografie von Nicolae Ceausescu”, worin Andrej Ujica mit Hilfe dokumentarischer Aufnahmen ein Porträt des Diktators montiert. Und das eher schwach vertretene deutsche Kino setzt seine Hoffnungen auf Christoph Hochhäuslers „Unter dir die Stadt” – möglicherweise der Parallelfilm zu „Wall Street”: Nostalgiker können sich auch den Director’s Cut der „Blechtrommel” ansehen, mit dem Volker Schlöndorff endlich dem Drängen von Mario Adorf nachgegeben hat, seine damals arg beschnittene Rolle wiederherzustellen.
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Heute startet das 63. Filmfestival von Cannes – Die wahren Events liegen außerhalb
Der Kern der „Marke” Cannes besteht in dem Prinzip, dass Glamour und Kunst sich gegenseitig befruchten – im Idealfall. Thierry Frémaux, der Festivaldirektor, hat allerdings schon zugegeben, die Auswahl sei dieses Jahr schwieriger als sonst gewesen – eine Konsequenz der Krise von 2008, die sich im Kino erst jetzt auswirke.
Ein Blick auf den Wettbewerb stimmt leicht skeptisch. Es gibt viele Wettbewerbs-Routiniers: den Iraner Abbas Kiarostami (aber ohne aktuellen Stoff aus seiner Heimat, sondern mit Romanze aus der Toskana), den Franzosen Bertrand Tavernier, den Mexikaner Alejandro González Inárritu, den Japaner Takeshi Kitano, den Russen Nikita Michalkow und den Briten Mike Leigh.
Einem Film – „Die Sonne, die uns täuscht 2” von Michalkow – eilt aus seinem Heimatland ein schlechter Ruf voraus. Andere Filme – wie Mike Leighs „Another Year” – klingen in der Zusammenfassung wie aufgewärmte Leib- und Magengerichte aus der Küche des Regisseurs: „Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Familie und Freundschaft. Liebe und Wärme. Freude und Traurigkeit. Hoffnung und Verzweiflung. Kameradschaft. Einsamkeit. Eine Geburt. Ein Todesfall. Die Zeit vergeht …” Doch urteilen wir nicht vorschnell. Gerade Mike Leigh hat mit seinem vorhergegangenen Film „Happy-go-Lucky” alle überrascht.
Terrence Malicks dem Vernehmen nach epochenumspannender „Tree of Life” mit Brad Pitt und Sean Penn, auf den Cannes lange gehofft hatte, ist nicht rechtzeitig fertig geworden.
Wenn schon nicht Brad Pitt, so erwartet der Rote Teppich immerhin Michael Douglas und Shia LaBeouf (für Oliver Stones „Wall Street”-Fortsetzung, in der Finanzier Gordon Gekko an die Märkte zurückkehrt), Antonio Banderas und Anthony Hopkins (in der Woody Allen-Romanze „You will meet a tall dark Stranger”) und natürlich „Robin Hood” Russell Crowe und seine „Jungfer Marian”, Cate Blanchett.
Die (vorhersehbaren) Events liegen eher außerhalb des Wettbewerbs. Da wäre zunächst das Fünfeinhalb-Stunden-Epos von Oliver Assayas über den Terroristen „Carlos”, das mit Ausnahme der Titelrolle von deutschen Schauspielern dominiert wird: Alexander Scheer, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Julia Hummer. Aus einem der aufregendsten Filmländer der letzten Jahre, aus Rumänien, kommt „Die Autobiografie von Nicolae Ceausescu”, worin Andrej Ujica mit Hilfe dokumentarischer Aufnahmen ein Porträt des Diktators montiert. Und das eher schwach vertretene deutsche Kino setzt seine Hoffnungen auf Christoph Hochhäuslers „Unter dir die Stadt” – möglicherweise der Parallelfilm zu „Wall Street”: Nostalgiker können sich auch den Director’s Cut der „Blechtrommel” ansehen, mit dem Volker Schlöndorff endlich dem Drängen von Mario Adorf nachgegeben hat, seine damals arg beschnittene Rolle wiederherzustellen.
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Postat de pe data de 13 mai, 2010 in categoria România în lume. Poti urmari comentariile acestui articol prin RSS 2.0. Acest articol a fost vizualizat de 135 ori.

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